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Orientierung·28. Januar 2026·5 min

Digitaler Reife-Check fürs Handwerk: wo stehen Sie wirklich?

10 ehrliche Fragen, um den eigenen Digitalisierungsgrad einzuschätzen — bevor man in die nächste Automation investiert.

Bevor ein Handwerksbetrieb in KI oder Automation investiert, lohnt sich ein ehrlicher Selbsttest. Wenn die Grundlagen fehlen, bringt die beste KI nichts. Wenn sie da sind, ist der Sprung oft kleiner als vermutet.

Die folgenden zehn Fragen beantworten Sie mit Ja oder Nein. Am Schluss gibt's eine grobe Einordnung.

Die zehn Fragen

  1. ERP-System — Nutzen Sie ein digitales System für Kundendaten, Offerten und Rechnungen (z.B. Bexio, Abacus, Sage)? Oder läuft vieles noch über Excel und Papier?
  2. Digitale Kundenkommunikation — Bestätigen Sie Termine automatisch per SMS oder E-Mail? Oder macht das Ihr Büro manuell?
  3. Zentrale Telefonie — Haben Sie eine moderne Telefonanlage (3CX, Starface, Cloud-Telefonie) mit Gesprächsprotokollen?
  4. Rapport-Digitalisierung — Werden Rapporte via App oder Tablet erfasst? Oder handschriftlich und abends abgetippt?
  5. Kalender-Transparenz — Sieht Ihr ganzes Team in Echtzeit, wer welchen Termin hat? Oder führt jeder seinen eigenen Kalender?
  6. Dokumentenablage — Sind Kundenunterlagen, Fotos und Verträge strukturiert digital abgelegt (nicht auf privaten Handys verstreut)?
  7. Zahlungsabwicklung — Werden Rechnungen mit QR-Rechnung und Zahlungs-Matching automatisch verbucht?
  8. Backup und Datensicherheit — Haben Sie ein regelmässiges, automatisiertes Backup? Wissen Sie, wie lange Ihre Daten im Ernstfall verloren wären?
  9. Internet-Präsenz — Aktualisieren Sie Ihre Website mehrmals im Jahr? Oder ist sie seit 3+ Jahren unverändert?
  10. Digitale Kompetenz im Team — Fühlen sich Ihre Mitarbeiter sicher mit neuen digitalen Werkzeugen? Oder gibt es grosse Widerstände gegen jede Neuerung?

Auswertung

0–3 Ja: Sie sind am Anfang. Nicht mit KI-Telefonie starten — investieren Sie zuerst in ein solides ERP und eine saubere Dokumentenstruktur. KI auf Chaos macht das Chaos nur schneller.

4–6 Ja: Mittlere Reife. Hier können gezielte Automationen bereits deutlich Wert bringen — bevorzugt dort, wo die Grundlage schon steht. Typischer Einstieg: Offert-Automation oder Kundenkommunikation.

7–9 Ja: Reif für Automation. Hier lohnt sich KI-Telefonie und tiefere ERP-Integration oft sofort. Der Hebel ist gross, weil die Grundlagen da sind.

10 Ja: Vermutlich sind Sie schon weiter als 95% der Branche. Hier geht es darum, bestehende Prozesse zu veredeln und Nischen-Optimierungen zu finden.

Die häufigste Fehleinschätzung

Viele Betriebe überschätzen sich. "Wir haben Bexio" reicht nicht für eine ehrliche "Ja"-Antwort auf Frage 1 — wenn Bexio nur rudimentär genutzt wird und die meiste Arbeit parallel auf Papier läuft.

Umgekehrt unterschätzen sich einige Handwerker massiv: sie haben längst einen Grossteil der Grundlagen, weil eine moderne Generation von Mitarbeitern intuitiv digital arbeitet.

Was wir am liebsten sehen

Ein Betrieb mit etwa 5–7 Ja-Antworten. Das bedeutet: die Basis ist da, aber es gibt klare Lücken. In der Regel lassen sich 2–3 dieser Lücken innerhalb von 8–12 Wochen schliessen — und genau das ist der Moment, wo Automation den grössten Effekt hat.

Wenn Sie wissen möchten, wo Ihr Betrieb wirklich steht, rufen Sie an. Die ersten 20 Minuten brauchen kein Budget — nur Ehrlichkeit.